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Innen und Außen

Zwischen Ende der zweiten und Beginn der dritten Klasse verliert das Kind allmählich den unmittelbaren Zusammenhang mit seiner Umwelt und bildet die erste Stufe eines selbständigen Seeleninnenraumes aus. Diese Eroberung geht für eine mehr oder minder kurze Zeit mit einer merkwürdigen Traurigkeit einher, die ihren Ursprung in dem Gefühl des Verlustes der unmittelbaren Beziehung zur Außenwelt hat.

Das Kind lernt nun, wie die Menschen die Erde durch die Handwerke ergriffen haben und bekommt dadurch ein Vorbild, wie es die eigene „Krise“ meistern kann.

Schwarz - Weiß

Mit Beginn des zwölften Lebensjahres – und damit der Pubertät – gerät das Gleichgewicht ins Schwanken und zerfällt schließlich. Mit einsetzender Geschlechtsreife brechen ganz neue Gefühlsdimensionen auf, denen der Jugendliche zunächst nicht gewachsen ist.

Seinem Hang, die Dinge nur in den Kategorien wahr oder falsch, schwarz oder weiß zu betrachten, kommen die ersten naturwissenschaftlichen Epochen entgegen. Diese lösen ihn zunächst vom eigenen Gefühlschaos und geben ihm ein Vorbild an Objektivität, die er später auch sich selbst gegenüber erreichen soll.

 

Das Urteil

Im achten Schuljahr beginnt sich der Jugendliche von der Führung durch den Klassenlehrer abzulösen. Hat er bis dahin die Welt mit den Augen seines Lehrers betrachtet, lebt nun in ihm der Wille, selbständig die Welt zu beurteilen. Bevor er jedoch in die Oberstufe entlassen wird, stehen zwei Dinge an, in denen er seine Fähigkeiten unter Beweis stellt : das erste große Klassenspiel und die Jahresarbeit.

Seine Urteilskraft wird durch beide Tätigkeiten im besonderen Maße geschult. Im Klassenspiel wird er angeleitet, sich in Gefühl und Charakter einer anderen Person zu versetzen, was eine gewisse Autonomie gegenüber der eigenen Persönlichkeit erfordert.

Weltinteresse

Mit dem Oberstufenbeginn in der 9. Klasse treten die Schülerinnen und Schüler in ihre eigentliche Jugendzeit ein. Nicht mehr das Vorbild des Klassenlehrers, sondern die sachliche, spezielle Kompetenz der verschiedenen Fachlehrer tritt jetzt in den Vordergrund.

Der Unterricht der naturwissenschaftlichen Fächer sowie Deutsch, Mathematik, Geschichte, Kunstgeschichte wird weiterhin in Epochen gegeben , aber nun von Fachlehrern.

Aufgabe des Lehrenden ist es nun besonders, jede Hilfestellung zu geben, damit sich die Vielfalt der Welt, auch mit ihren katastrophalen Gegenwartsproblemen, den jungen Menschen so erschließen kann, dass sie ein engagiertes, jugendlich-idealistisches Weltinteresse entwickeln können.

In den ersten drei Schuljahren ist es vor allem die Aufgabe des Musikunterrichtes, die Stimme und das Gehör des Kindes zu bilden. Dazu wird besonders der pentatonische Tonraum genutzt, in dem das Kind seine S eelenstimmung wiederfinden kann und es keine „falschen“ Töne gibt. Bereits in der ersten Klasse wird neben dem Singen das Spiel auf einer pentatonischen Blockflöte begonnen sowie die Kinderharfe eingeführt.

Im dritten Schuljahr, in dem das Kind einen wichtigen Entwicklungsschritt durchlebt, erfolgt der allmähliche Übergang in den diatonischen Bereich, in dem sich auch die Hörgewohnheiten des Erwachsenen bewegen.