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Der Sprachunterricht beginnt in der 1. Klasse gleich mit zwei Fremdsprachen. Es werden hier jene Jahre genutzt, in denen das Kind noch aus der unmittelbaren Nachahmung sehr leicht und unbefangen lernen und aufnehmen kann. Der Unterricht in der Unterstufe wird ausschließlich mündlich und ohne jegliche Übersetzung erteilt.

Vielseitigkeit durch Singen, rhythmisches Sprechen, begleitet von sinnvollen Bewegungen, Spielen kleiner Szenen, eröffnen dem Kind die Welt der fremden Sprache. Über freudiges Mittun werden die Grundelemente für die kommenden Jahre nahezu „nebenbei“ angelegt.

Der handwerkliche Unterricht beginnt schon in der 5. Klasse. Neben der zweckdienlichen Form des Werkstückes steht dessen schöne Ausgestaltung im Vordergrund.

Die 9. Klasse bildet einen Einschnitt in Thema und Arbeitsweise des Werkens. Was in der Mittelstufe noch ein künstlerischer Umgang mit den mehr organischen Formen war, führt nun zu den streng vorgegebenen und handwerklich anspruchsvolleren Aufgaben im Tischlern, Korbflechten, in Metallbearbeitung, Töpfern Buchbinden, Handweben und Nähen.

Vor dem Hintergrund der Pubertät werden in der 9. Klasse neben den handwerklichen Fächern Schwarz-Weiß-Zeichnen und Plastizieren in mehrwöchigen Epochen unterrichtet. Gemäß der seelischen Situation des Jugendlichen, die er als einen schmerzvollen Gegensatz zwischen seiner eigenen Welt und der Realität der Außenwelt empfindet, wird im Zeichnen diese Polarität von Licht und Dunkel aufgegriffen und im schöpferischen Prozess wieder zu einer Einheit verbunden.

Auch im Plastizieren steht eine erneute Begegnung von Innen und Außen, von Schwere und Leichte im Vordergrund. Durch die eigene künstlerische Tätigkeit beginnt der Schüler zu erkennen, dass objektive Gesetzmäßigkeiten den Gestaltungsprozessen innewohnen und dass der Mensch verantwortlicher Mitgestalter an der Welt ist.

Der naturwissenschaftliche Unterricht (Physik, Chemie, Biologie und Erdkunde) in der Oberstufe kann aufbauen auf dem, was durch die ersten acht Schuljahre vorbereitet wurde. Durch d ie Tierkunde, Pflanzen- und Menschenkunde, durch Modellieren mit Wachs, Lehm oder Ton wurde die Welt empfunden und erlebt. Durch den Erzählstoff der unteren Klassen werden die Elemente Feuer, Luft, Erde und Wasser kindgemäß erfasst und im Tun (z.B. Hausbau, Vom Korn zum Brot) erlebt, erarbeitet und „begriffen“.

Im Anfangsunterricht (Physik 6. Klasse und Chemie 7. Klasse) wird die Lehre von den Stoffen, ihren Eigenschaften und Verwandlungen vom Phänomen aus erfahren und mit den eigenen Sinnen erlebt.

Eurythmie, ein Fach, das nur an der Waldorfschule unterrichtet wird, ist eine Kunst, in der Musik und Sprache durch Bewegung sichtbar zum Ausdruck kommen. Dieses „seelische Turnen“ (Rudolf Steiner) schult das Empfindungs- und Vorstellungsvermögen der Schüler und macht sie nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich sehr beweglich.

Neben dem künstlerischen Tun werden Beobachtungsgabe und präzises Erinnern des Geschehenen erlernt – Fähigkeiten, die ebenfalls den anderen Fächern zugute kommen.