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Indem man einsetzt im richtigen Moment mit dem, was gerade in den Fähigkeiten, den Anlagen des Kindes liegt, bringt man dieses dazu, dass dasjenige was da einsetzt, dem Kinde für das ganze Leben hindurch ein Erfrischungsquell ist.

Rudolf Steiner, 1921

 

Die Freie Waldorfschule Magdeburg wurde im Herbst 1990 als erste freie Schule in Magdeburg gegründet. Entstanden aus den gesellschaftlichen Umbruchsimpulsen der Wendeereignisse wurde damit der Wunsch von Eltern und Lehrern nach einer kindgemäßen Pädagogik noch zu DDR-Zeiten realisiert. Im August 2005 erfolgte die Gründung der Freien Waldorfschule Harzvorland.

Die Freien Waldorfschulen Magdeburg und Harzvorland erfüllen als Schulen in freier Trägerschaft den öffentlichen Bildungsauftrag. Unsere Schulen bieten allen Schulangehörigen einen überschaubaren Lebens- und Erfahrungsraum, in dem Kinder und Jugendliche individuelle Zuwendung, Hülle und Geborgenheit finden.

Dabei reicht unser Betreuungsangebot bis in den Nachmittag hinein, um den sich verändernden Bedürfnissen der Familien entgegen zu kommen. Wir wenden uns an alle Familien der Region Magdeburg und Harzvorland, unab-hängig von deren gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Stellung, ihrer Nationalität, religiösen und politischen Anschauungen, sofern sie die Ausrichtung der Schule an freiheitlich-demokratischen und christlichen Grundwerten anerkennen.

 

Die menschliche Begegnung und die Ausbildung sozialer Fähigkeiten sind ebenso wichtig wie der individuelle Lernfortschritt jedes einzelnen Kindes. Deshalb verstehen Lehrer und Eltern die Schule als Lern- und Entwicklungsgemeinschaft. Damit sich die vielen unterschiedlichen Begabungen und Neigungen der Kinder über einen langen Zeitraum ergänzen und fördern können, ist es uns wichtig, den Klassenverband über die gesamte Schulzeit zu erhalten und zu pflegen.

Es ist uns wichtig, die ursprüngliche Lern- und Lebensfreude der Kinder zu erhalten. In einer angstfreien und vertrauensvollen Atmosphäre wollen wir die Kinder bei der individuellen Entwicklung ihrer Persönlichkeit begleiten, sie fördern und fordern, so dass eine gesunde Leistungsbereitschaft entsteht. Diese befähigt die Schüler bei zunehmender Eigenverantwortung zu selbstständigem Lernen. Wir sind uns bewusst, dass sich das Kind an dem orientiert, was Lehrer und Erzieher selbst vorleben. Wichtige Aspekte dabei sind Authentizität, Offenheit, Aufrichtigkeit, Einfühlungsvermögen, Konsequenz, Humor und die Lernfähigkeit der Erwachsenen.

Intellektuelles, Künstlerisches, Praktisches und Soziales – in altersgemäßer Ausgewogenheit vermittelt – sollen die seelische, leibliche und geistige Gesundheit fördern. Die Schulen wollen eine breite Allgemeinbildung vermitteln und die Schüler zu lebenstüchtigen, handlungs- und lernfähigen Menschen erziehen. Daher werden alle Unterrichtsfächer als gleichwertig betrachtet, da erst ihr harmonisches Zusammenspiel den ganzen Menschen bildet.

Die Jahreszeugnisse geben durch ausführliche schriftliche Beurteilungen in allen Fächern über Entwicklungsstand und -potenzial der Schüler Auskunft. Am Ende der zwölf- bzw. dreizehnjährigen Schulzeit können je nach den individuellen Voraussetzungen unserer Schüler alle staatlich anerkannten Schulabschlüsse einschließlich des Abiturs erworben werden.

Die geistigen Grundlagen der pädagogischen Arbeit an unseren Schulen sind die auf der Anthroposophie beruhende Menschenkunde Rudolf Steiners, deren zeitgemäße Gestaltung sowie das christlich-humanistische Menschenbild. Alle pädagogischen Mitarbeiter vertiefen ihre Kompetenzen durch eine spezifische waldorfpädagogische Ausbildung und regelmäßige Fortbildungen. Unsere Schulen verstehen sich als lebendige Organismen mit Verwandlungen, Wachstum, Krisen und Höhepunkten. Alle Beteiligten bringen unterschiedliche Lebensentwürfe, Erwartungen und Erfahrungen ein. Das dadurch entstehende lebendige Spannungsfeld wollen wir als Quelle gemeinsamen Lernens und Gestaltens nutzen.

Die Freien Waldorfschulen Magdeburg und Harzvorland basieren auf der freien Initiative von Menschen, die Kindern und Jugendlichen einen Entwicklungsraum geben wollen. Voraussetzung für die Verwirklichung dieser Initiative ist die dauerhafte Selbstverpflichtung von Eltern, Lehrern und Mitarbeitern zur aktiven Mitwirkung im Sinne dieses Leitbildes. Die Selbstverwaltung unserer Schulen ist Sinnbild dafür, dass jeder, der an den Schulen mitarbeitet, seine übernommenen Aufgaben und sein Engagement eigenverantwortlich im Sinne der Gemeinschaft gestaltet.

Dieses Leitbild wurde am 4. Juni 2009 von der Mitgliederversammlung des Vereins „Freie Waldorfschule Magdeburg e. V.“ beschlossen.