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Wir, die 12. Klasse proben seit dem 5. November an unserem Klassenspiel.

Unsere Klasse hat sich dafür in fünf Gruppen geteilt, die jeweils einen Einakter einspielen.

Dazu gehören  "Die Königinnen von Frankreich  (Thornton Wilder), "Maler und Farbe" (Wolfgang Bauer), "Der Bär" (Anton Tschechowa), "Die Menschenfresser" (Wolfgang Bauer), "Über die Schädlichkeit des Tabaks" (Anton Tschechow).

Während der Proben machten wir die Erfahrung, dass es teilweise sehr schwer ist, sich in die jeweiligen Rollen hineinzuversetzen und diese glaubhaft und authentisch zu vermitteln. Da wir alle in verschiedenen Gruppen spielen, ist es für uns selbst eine Überraschung, was die jeweils anderen Gruppen vorbereitet haben.

Der Trailer ist ein Zeugnis unserer Proben und ein kleiner Vorgeschmack auf die Aufführungen am 24./25./26. November 2012!

Bilder von den Aufführungen

Jonathan Samuel Hoke

Klassenspiel-Tagebuch von Hannah Mewes

19.11.2012

Seit dem 5. November, seit nun ungefähr zwei Wochen, sind wir, die 12. Klasse, dabei, unsere Klassenspiele zu proben. Unsere Klassenspiele? Ja, denn wir entschieden uns gegen ein großes und für mehrere kleine Stücke.

Mit unseren beiden Betreuern Frau Ebeling und Herrn Preuschoft begannen wir gleich am ersten Tag mit den Proben. Obwohl noch nicht alle textsicher waren und wir während der Proben immer wieder die Erfahrung machten, dass es teilweise sehr schwer ist, sich in die jeweiligen Rollen hineinzuversetzen, machten alle Gruppen schon in der ersten Woche große Fortschritte. So konnten die Meisten schon in der zweiten Woche mit den Feinarbeiten beginnen.

Letzten Donnerstag, am 15.11., hatten Einige von uns ihren ersten Auftritt. Wir zeigten Ausschnitte aus den Proben auf unserer internen Monatsfeier. Weitere Ausschnitte konnte man am Samstag, den 17.11., auf der öffentlichen Monatsfeier sehen.

In dieser Woche, der letzten Probenwoche, stehen schon die Hauptproben an, d.h. wir werden nicht mehr einzeln in den jeweiligen Gruppen, sondern alle hintereinander (und mit Kostüm) im Saal proben.

22.11.2012

Während der letzten drei Tage hatten wir unsere Hauptproben; mit Licht, Kostüm etc., das war ein ganz anderes Spielgefühl. Trotzdem wir am Montag nur einen Durchlauf probten, gingen die Proben bis halb fünf. Das zeigte uns, dass wir doch noch nicht so weit waren wie gedacht. Noch etwas Neues war, dass nun die anderen Gruppen auch mit zusahen und sich dadurch neue Sichtweisen und Aspekte ergaben, die man alleine wahrscheinlich gar nicht wahrgenommen hätte. Aber auch zur Abwechslung mal die Ergebnisse der anderen Gruppen zu sehen, war sehr interessant. Alle machten große Fortschritte, obwohl (oder weil) unsere beiden Betreuer immer mehr auf die sehr sehr sehr kleinen Feinheiten achteten. Heute fand die letzte Hauptprobe statt, bis auf ein paar Aussetzer lief es aber wirklich gut, sodass wir uns nicht allzu sehr vor der Generalprobe morgen fürchten müssen.
Abgesehen von dem eigentlichen Schauspiel hat jeder Schüler eine seperate Aufgabe zugeteilt bekommen, wie z.B. die Gestaltung der Plakate, Werbung im Allgemeinen oder das Buffet zu organisieren. Viele von uns sind schon dabei oder haben ihre Aufgaben schon hinter sich, aber einige, wie z.B. die Kosmetiker oder die Schüler fürs Buffet, müssen ihre Aufgaben während bzw. vor den Vorführungen erledigen.

Auch die Spannung bei den Schülern und Eltern steigt. Fast täglich werden wir von welchen angesprochen, die wissen möchten, welche Stücke diesmal aufgeführt werden und wie es mit den Proben voran geht. Vor allem, wenn wir mit unseren Kostümen durch die Schule laufen, sorgt das immer für viel Aufsehen!
Auch die Plakate für unsere Spiele hängen schon aus, wie z.B. am Haupteingang der Schule oder auf der Facebook-Seite der Waldorfschule.

Morgen haben wir unsere Generalprobe. Das heißt, es muss genauso ablaufen, wie an den vier Aufführungen. Wir tragen also unsere Kostüme, warten hinter der Bühne oder den Kulissen auf unseren Auftritt und präsentieren unsere Stücke ohne Unterbrechung. Da die heutige Hauptprobe sehr gut lief und es nur noch Kleinigkeiten zu verbessern gab, haben wir ein gutes Gefühl, dass die Generalprobe keine größeren Probleme mit sich bringen wird! Immerhin ist es die letzte Möglichkeit, für einen Feinschliff an seiner Rolle bzw. Stück.
In jedem Fall war heute Nachmittag nach den Proben eine deutliche Freude auf die Aufführungen von unserer Klasse zu spüren. Es gibt niemanden mehr, der nicht textsicher ist oder größere Probleme hat, sich in seine Rolle zu finden.

23.11.2012

Ganz so, wie es auf den Aufführungen laufen sollte, lief es nicht, aber es würde ja nicht Generalprobe heißen, wenn es keine Patzer etc geben würde.
Das Schminken dauerte länger als wir gedacht haben und somit verzog sich die Generalprobe nach hinten. Dann endlich konnte es beginnen, diesmal blieben wirklich alle im Saal sitzen und schauten sich gemeinsam die Stücke an. Das Umgestalten der Bühne verlief reibungslos und leise, dank der tollen Sortierung unserer Requisiten-Schüler fand man auch alles sehr schnell. Hoffentlich wird das morgen auch so.
Der erste Durchlauf verlief sehr erfolgreich, doch, es musste so kommen, nachdem einige Schüler nach dem ersten Durchlauf sagten, wie cool das doch wäre, dass wir so wenig Patzer machen würden, startete der zweite Durchlauf mit einem Riesenlachanfall. Und so zog sich das dann durch alle Stücke, irgendwo lief irgendetwas schief...
Aber das lässt uns auf morgen hoffen!
Die Resonanz des Publikums, bestehend ausschließlich aus Schülern und Betreuern, war heute sehr gut, es wurde besonders viel gelacht.

Die Schauspielepoche ist nun vorbei, und auch wenn es noch so viel Spaß gemacht hat, sind wir doch alle froh, dass es sich jetzt dem Ende neigt, denn Schauspielern hat von uns allen jeden Tag 100%ige Konzentration gefordert, 3 Wochen lang.
Unsere Betreuer, Frau Ebeling und Herr Preuschoft, müssen sich meiner Meinung nach morgen für keinen von uns schämen, denn jeder hat das geleistet, was er konnte, und daraus haben sich eben diese 5 Stücke entwickelt, die keinen direkten Zusammenhang miteinander haben, aber trotzdem zueinander passen, wie ich finde. Überzeugen Sie sich selbst!

Morgen um 19:30, Premiere! Im Ernst-Bindel-Saal der Freien Waldorfschule Magdeburg. Nicht vergessen!

26.11.2012

Die ersten beiden Abendvorstellungen sind überstanden.
Nach einer kurzen Verzögerung durch die Hallenser, die sich unser Stück auch gerne anschauen wollten, ging es dann doch relativ pünktlich um acht los. Alles lief gut, die Übergänge reibungslos, die Einsätze passten, für Essen und Trinken war gesorgt. Und wenn es Patzer gab, hat zumindest das Publikum es nicht mitbekommen.
Das Publikum war sehr aufgeweckt und wir haben uns sehr über unsere damalige Entscheidung gefreut, 5 kleine Stücke zu nehmen, denn das führte dazu, dass die Menschen aufmerksamer blieben.
Die zweite Aufführung lief noch besser als die Premiere, es kam einem so vor, als wären Publikum und Schauspieler besser aufeinander abgestimmt. Außerdem lief das Schminken und Umziehen im Vorherein besser und flüssiger, jeder Maskenbildner hatte seine Personen zu schminken, alles war geordneter.
Jedes Stück hatte seine besonderen Momente, in denen gelacht oder betrübt geschaut wurde. Am Ende beider Vorstellungen waren sowohl die Schauspieler als auch das Publikum zufrieden. Bei anschließendem Beisammensein wurden diese Momente noch einmal mit den Freunden und Bekannten ausgetauscht und auch nochmal über die ein oder andere Szene herzlichst gelacht, anschließend löste sich alles auf. Nach ein wenig Aufräumarbeit und dem Abschminken ging es auch für die Schauspieler nach Hause.
Heute, am Montag, haben wir unsere letzte Abendvorstellung, morgen spielen wir dann noch ein letztes Mal vor Schülern und Lehrern.

01.12.2012

Eigentlich kann man erst JETZT richtig behaupten, die Schauspielepoche sei vorbei. Wir haben vier wunderbare Aufführungen hinter uns. Und drei Wochen Probenzeit. Alle sind erleichtert, dass alles vorbei ist. Nicht etwa, weil es schlimm war, es war nur sehr anstrengend. Anstrengender als „normale“ Schule, also Unterricht. Denn im Unterricht hat man an einem schlechten Tag die Möglichkeit, wenigstens nur zuzuhören, aber beim Schauspiel wurde von allen immer 100% gefordert. Das ging ziemlich auf die Stimmung und es war wirklich merkbar, wie bei allen Schülern die Kraft von Woche zu Woche nachlies. Nicht die Kraft während des Spielens, da gaben alle alles. Aber nach den Proben, oder morgens.
Aber die Erwärmungen, die man vor den Proben gelegentlich gemacht hat, haben einem wirklich geholfen. Dadurch hat man sich besser in seine Rolle hineingefunden, ist lockerer geworden. Komischerweise haben unsere Betreuer nur in der ersten Woche mit uns allen Aufwärmungsübungen gemacht, danach nicht mehr. Aber einige Gruppen haben sich die Übungen gemerkt oder neue mit rein gebracht und so haben dann ein paar der Gruppen die Aufwärmung für sich alleine gemacht. Denn ohne Aufwärmungen war es noch schwieriger als es ohnehin schon war, sich in seine Rolle zu versetzen. Doch auch dies gelang von Probe zu Probe besser, genau wie fast alles. Es war so schön zu sehen, wie die Gruppe, das Stück und man selber sich von Tag zu Tag verbesserte. Die Aufführungen waren dann das i-Tüpfelchen, die Krönung unserer ganzen Arbeit der letzten drei Wochen. Alle haben nochmal alles gegeben. Das hat man auch an der Resonanz des Publikums bemerkt, denn der Applaus war jedes Mal sehr groß und auch jetzt noch bekommen wir alle viel Lob von verschiedenen Seiten. Sogar Frau Ebeling und Herr Preuschoft, denen die ganzen Stücke von den vielen Proben schon sehr bekannt und routiniert vorkommen müssten, sah man bei den Vorstellungen an einigen Stellen herzhaft lachen.
Nachdem die ersten beiden Abendvorstellungen sehr gut besucht waren, war es für uns Schauspieler doch ernüchternd, als am Montag, bei unserer dritten Vorstellung, nur knapp 20 Zuschauer im Saal saßen. Außerdem haben Zuschauer oft das Bedürfnis, sich nicht in die erste, sondern am Besten in die letzte Reihe des Saales zu setzen, oder wenigstens in die mittlere, wo sie dann nicht von den Spielern gesehen werden können. Da das noch vor Beginn des Stücks hinter den Kulissen die Runde gemacht hat, waren wir alle darauf vorbereitet und haben natürlich auch für unser kleines Publikum alles gegeben.
Dafür hat der Dienstag den Ausgleich gegeben – 120 Schüler samt Lehrern, von der achten bis zur elften Klasse waren alle da. Viele von uns waren vor der Schüleraufführung noch einmal ordentlich aufgeregt, denn es ist doch etwas Anderes vor Menschen zu spielen, die man kennt. Es war schwer einzuschätzen, ob das alle so verstehen würden, wie wir das gern gehabt hätten. Doch auch die Aufregung war unbegründet, wenn auch bei den Auftritten immer hilfreich. Es wurde sehr viel gelacht, wenn auch an völlig anderen Stellen als bei den Abendvorstellungen. Dies war unsere letzte Aufführung, unsere Derniére, deswegen durften natürlich ein paar Dernièrengags nicht fehlen. Teilweise waren diese so unauffällig, dass nur wir, als Klasse, sie bemerkt haben, aber es gab auch ein paar große Veränderungen, bei denen man auch manchmal Frau Ebeling in der ersten Reihe beobachten konnte, wie sie den Kopf schüttelte oder Augen verdrehte. Aber sowas musste auch sein, haben wir uns gedacht.
Die Stücke, Textpassagen oder lustigen Augenblicke werden wir wohl so schnell nicht vergessen. Gelegentlich kommt als Antwort auf eine Frage nicht irgendwas, sondern eine Antwort aus einem der Stücke, z.B. „In was für einer Gefahr bin ich?“ oder „Wie schwer sind sie?“. Dann lacht man nochmal drüber, und redet weiter. Irgendwann wird auch das aufhören. Das Stück hat uns sehr viel gegeben, Mut zu Neuem oder vor der Klasse oder vor Publikum aus sich raus zu gehen und sich etwas zu trauen. Außerdem hat es die Klasse wieder einmal zusammengeschweißt, wie das jedes Klassenspiel bisher getan hat.

Wir danken Frau Ebeling und Herrn Preuschoft.